Kreisgemeinschaft Wehlau war Gast des diesjährigen Stadtfestes in Snamensk

In einigen unserer früheren Berichte haben wir darauf hingewiesen, dass sich in der Stadt Wehlau etwas tut. Der neue Bürgermeister in Wehlau – Snamensk (Kirill Koslow) hat sich mit uns sehr ausführlich über die Gestaltung und Verschönerung seiner Stadt unterhalten.
Er wollte und er will Wehlau – Snamensk wieder zu einer ansehnlichen Stadt machen. Großen Wert legte er auf die Meinungen und Hinweise deutscher Zeitzeugen und Besucher. Bereits 2012 wurde ein Plan entworfen zur Gestaltung verschiedener Plätze und Straßen. Mit dem Bau einer Promenade zwischen der Administration und der Kirchenruine wurde 2012 begonnen und zwischenzeitlich fertig gestellt. Es gibt zwar Diskussionen in der Bevölkerung über den Wasserverbrauch des Springbrunnens, aber keiner möchte heute mehr die Anlagen gepflasterter Gehweg, Sitznischen, Blumenrabatten, Springbrunnen, Müllbehälter auf dieser Promenade missen. Im Frühjahr 2013 begannen die Arbeiten an dem zentralen Platz gegenüber der Kirchenruine. Bei unserem Besuch im April 2013 konnten wir beobachten, wie die Arbeiten von einem zum anderen Tag voran gingen und der Plan langsam Gestalt annahm. Feierliche Enthüllung eines Denkmals anlässlich des Stadtfestes 2013


Im Rahmen einer alten Wehlauer Tradition führt die Stadt ihr jährliches Stadtfest durch. Auch in diesem Jahr haben die Wehlauer, mit Bürgermeister Koslow, zu ihrem traditionellen Sommerfest eingeladen. Als Gäste wurden die Kreisgemeinschaft Wehlau, deutsche Besucher und persönlich Familie Kenzler eingeladen. Wir haben diese Einladung dankend angenommen und haben an diesem Fest am 03. August teilgenommen.
Das Fest wurde von den Organisatoren gut vorbereitet und durchgeführt.
Nach Überbringen der Grußadressen durch Vertreter der einzelnen Delegationen und der Auszeichnung verdienstvoller Bürger erfolgte die Übergabe der fertig gestellten Anlagen und des Denkmals, an die Wehlau - Snamensker Bürger.

Ingrid Kenzler überbringt die Grüße der Kreisgemeinschaft Wehlau Bei Klein und Groß erregte ein weißes Tuch, das etwas verhüllte, die Neugier. Als der Bürgermeister das Zeichen zur Entfernung des Tuches gab, waren die Freude und der Jubel groß. Ein röhrender Hirsch auf einem großen Sockel (in etwa an der Stelle, wo früher das alte Rathaus stand) eroberte sich als Wappentier die Stadt Wehlau-Snamensk. Die Anlagen und das Denkmal wurden durch einen russischen Priester geweiht.
Nur Hauke Herrmann-Eggert machte die Bemerkung: „Als ostpreußischer Hirsch ist er ein bisschen zu mager, aber eine schöne Geste an die Stadt”.
Die Wege und Plätze, das Denkmal, die Spiel- und die Grünanlagen wurden von den Anwesenden so
fort in Nutzung genommen. Eine Leihstation mit Elektroroller und die schönen glatten Wege waren sofort die große Attraktion.
Luftakrobaten schweben zum Stadtfest ein Auch die Kreisgemeinschaft Wehlau hatte für die Teilnehmer dieser Veranstaltung eine Überraschung vorbereitet. Wir hatten in Berlin 100 blaue Luftballons mit einer aufgedruckten Friedenstaube und 100 rote Herz-Luftballons gekauft, die vor Ort mit Helium aufgeblasen und von dortigen Schülern gehalten wurden. Nach der Grußansprache und der Übergabe der Buchbände an den Bürgermeister und den Direktor der Wehlauer Mittelschule gab Sieglinde Kenzler das Zeichen für den Start der Luftballons: Steigt hoch in den Himmel und verkündet, verbunden mit vielen tausend lieben Grüssen der Bürger, die hier leben, derer die hier nicht verweilen können auch von denen, die schon von uns gegangen sind:
"Achtet darauf, dass uns der Frieden erhalten und der Himmel immer sauber bleibt."
 
Mit großem Beifall und Jubel der Teilnehmer entließen die Schüler die Luftballons für ihren Flug gen Himmel, um ihre Botschaft in die Lande zu tragen.

Die Organisatoren haben, was bisher noch nie so war, die Kirchenruine in das Programm für das Stadtfest einbezogen und in dem offenen Kirchenschiff eine Ausstellung organisiert. Die einst von der Kreisgruppe Wehlau an die Stadt Wehlau – Snamensk übergebenen Modelle, die Kirche, das Rathaus und andere, sowie Bilder, Fotografien und historische Dokumente wurden ausgestellt und von den Besuchern sehr aufmerksam und interessiert betrachtet. Zu den Besuchern zählten auch die Schüler der Wehlauer Mittelschule (ehemalige Ordensschule), die mit dem Luise-Henriette-Gymnasium in Oranienburg im Schüleraustausch stehen. In einem Ehrenbuch konnten sich die Gäste eintragen und ihre Eindrücke niederschreiben.

Künstler und Handwerker hatten Stände aufgebaut. Ein Glasbläser, ein Drechsler, ein Schmied demonstrierten hier ihr Können und boten ihre Produkte zum Erwerb an. Kapellen, Chöre und Tanzgruppen boten genügend Möglichkeiten zum Verweilen und Mitmachen. Viele kleine Stände sorgten für das leibliche Wohl und boten vorwiegend Produkte aus der eigenen Region an.
Viele Veranstaltungen waren auf dem traditionellen Platz, auf dem früher der bekannte Wehlauer Pferdemarkt statt fand. Es wurde ein Sportfest durchgeführt mit vielen Sehenswürdigkeiten, aber auch kulturelle Beiträge von Jung und Alt überzeugten. Ein schönes Erlebnis war für uns zu erleben, wie auf diesem Boden wieder Pferderennen erfolgten. Aus den Gestüten Georgienburg, Königsberg und anderen kleineren Ställen waren Reiter mit ihren Pferden angetreten. Sogar aus Deutschland haben zwei Pferde teilgenommen.

Die Zuschauer wurden auch durch eine Solo-Flug-schau überrascht und begeistert. Pilot war der Landrat von Tapiau-Gwardeisk, Herr Wladimir Solomatin. Fallschirmspringer überzeugten durch ihre Präzision und Punktlandungen. Drei Springer flogen in einer Formation über einander, trugen die russische Fahne durch die Luft und legten eine Bilderbuchlandung hin.
Die Bikeschau, der Kampfsport und das Nachspielen von Kampfhandlungen haben einen festen Platz in der Freizeitgestaltung der Jugend.

Beendet wurde das Fest durch ein Feuerwerk und Disko bis in die Morgenstunden.
Der Bürgermeister bedankte sich bei allen, die an diesem Fest teilgenommen haben.

Wir bedanken uns ebenfalls und verbleiben mit den Worten:

Macht weiter so!

Sieglinde und Heinrich Kenzler