Berichte aus den Mitgliedsverbänden




Veränderungen - Impressionen einer Reise nach Polen

Wilhelm v. GottbergEs hat sich etwas verändert im deutsch-polnischen Verhältnis, positiv verändert! Der Autor dieser Zeilen ist von einer Reise aus Masuren und dem Ermland zurückgekehrt, dem südlichen Teil unserer Heimatprovinz Ostpreußen. Er hatte in Johannisburg und Osterode Begegnungstreffen mit Polen und Angehörigen der deutschen Volksgruppe organisiert. Das Resümee dieser Gespräche: Die deutsche Minderheit in Polen wird heute nicht nur geduldet, sondern akzeptiert und anerkannt. Natürlich, keine Regel ohne Ausnahme.

Vor 20 Jahren war es undenkbar, dass der Vorsitzende des deutschen Vereins Präsident des Stadtparlamentes in Osterode werden könnte. Er ist es heute. Undenkbar vor 20 Jahren, dass Angehörige der Minderheit Zuschüsse für soziale Projekte beantragen können. Heute ist dies der Fall und die Anträge werden häufig positiv beschieden, Undenkbar vor 20 Jahren, dass Angehörige der deutschen Minderheit zu Gesprächen eingeladen werden, die die Probleme der Minderheiten in Polen zum Thema haben. Heute ist dieses der Fall, auch auf der Ebene der Woiwodschaft. Undenkbar vor 20 Jahren, dass an bedeutsamen kulturhistorischen Gebäuden Erinnerungstafeln mit einem Text in deutscher und polnischer Sprache angebracht werden. Undenkbar auch vor 20 Jahren, dass ein kleiner Mittelständler aus Köln heute in Osterode Boote und kleine Segelyachten baut.

Unstrittig: Mehr und mehr wird die Jahrhunderte währende deutsche Vergangenheit Ostpreußens für die Menschen erfahrbar. Dies ist noch nicht flächendeckend der Fall. Es bleibt noch viel zu tun.
Die Veränderungen wurden möglich aufgrund der Zugehörigkeit Polens zu EU. Stichworte dazu sind Minderheitenschutz und Freizügigkeit. Sie wurden auch möglich aufgrund der massiven Forderung der deutschen Heimatvertriebenen an die politische Klasse Polens, der deutschen Volksgruppe im Lande Minderheitenschutz gemäß der UNO – Menschenrechtspakete zu gewähren.
Wilhelm v. Gottberg