Berichte aus dem Bundesverband




Unser Kulturerbe – Reichtum und Auftrag

Tag der Heimat 2013

 

Mit den Ansprachen des ungarischen Ministers für gesellschaftliche Ressourcen Zoltan Balog und Prof. em. Dr. Arnulf Baring sowie BdV-Präsidentin Erika Steinbach MdB beging der Bund der Vertriebenen seine festliche Auftaktveranstaltung zum Tag der Heimat am 24. August im Internationalen Congress-Centrum in Berlin. Die musikalische Gestaltung lag in den Händen der Potsdamer Turmbläser unter der Leitung von Bernhard Bosecker. Das geistliche Wort und Gedenken sprach Helge Klassohn, Kirchenpräsident i.R., Beauftragter des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland EKD für Fragen der Spätaussiedler und der Heimatvertriebenen.

 

BdV-Präsidentin Erika Steinbach MdB rief zu Beginn in Erinnerung, dass es für uns in Deutschland unabweisbar sei, dauerhaft an das Schicksal der 14 Millionen deutschen Vertriebenen und 4 Millionen Aussiedler zu erinnern. Dem sei man mit dem Deutschlandhaus in Berlin als Dokumentationszentrum einen gehörigen Schritt näher gekommen. Der künftige Standort sei ein würdiger Ort, um Schicksal und kulturelles Erbe der Vertriebenen als Teil nationaler Identität im historischen Bewusstsein zu verankern.

 

„Ein großer Schritt dahin ist getan. Ich begrüße den Baubeginn des Dokumentationszentrums der Bundesstiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ durch Bundeskanzlerin Angela Merkel im Juni dieses Jahres,“ sagte die Präsidentin und versicherte, dass die Initialzündung dazu durch die BdV-eigene Stiftung ZENTRUM gegen VERTREIBUNGEN gegeben worden sei. „Ohne unsere Stiftung und unsere guten Argumente würde es heute die Bundesstiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung nicht geben.“

 

Die Stiftung „ZENTRUM GEGEN VERTREIBUNGEN“ werde auch weiter aktiv bleiben und die Entwicklung in der staatlichen Stiftung begleiten.

 

Dann wandte sich Erika Steinbach dem Bundesvertriebenengesetzzu.Das Bundesvertriebenengesetzt (BVFG), das in diesem Jahr 60 Jahre alt geworden ist, habe in den letzten Jahrzehnten wesentlich dazu beigetragen, dass die Erinnerung an Schicksal und Kultur der Heimatvertriebenen und Aussiedler nicht erloschen ist.

 

Es hatte und hat den Sinn, den Vertriebenen einen angemessenen Platz in der hier heimischen Gesellschaft zu gewährleisten und das Kulturerbe dauerhaft zu sichern. Bis zu seiner Verabschiedung 1953 hatte es harte Debatten und heftige Kontroversen gegeben.

 

Bund und Länder hätten 1953 die Verpflichtung übernommen, das kulturelle und historische Erbe der ehemaligen deutschen Ostprovinzen sowie der historischen Siedlungsgebiete in Ost-, Mittelost- und Südosteuropa zu sichern und zu bewahren, um die sich in diesen Gebieten befindenden Zeugnisse deutscher Kultur von unschätzbarem Wert für die Nachwelt zu erhalten.

 

Dieser gesetzliche Auftrag beruhte auf der Erkenntnis, dass es ein einheitliches, gemeinsames kulturelles Fundament gibt und verdeutlicht, dass das Kulturgut der Vertriebenen eine gesamtdeutsche Aufgabe ist - ein unverzichtbarer Teil der Identität des ganzen deutschen Volkes.

 

Bund und Länder der jungen Bundesrepublik Deutschland hätten bewusst schon1953 mit diesem Gesetz die Verantwortung für das gesamte kulturelle Erbe unabhängig von Grenzen und von staatlicher Zugehörigkeit übernommen, betonte die Präsidentin. Dazu gehöre auch das Wissen um die jahrhundertelange Siedlungsgeschichte Deutscher in Osteuropa als Teil unserer deutschen Kulturgeschichte. Dieses reiche Kulturerbe lebendig zu halten, habe sich die Bundesregierung ebenso zur Aufgabe gemacht, wie der Bund der Vertriebenen.

Kulturelle Zusammenarbeit mit den Nachbarn sei Verständigungs- und Versöhnungsarbeit, hob Erika Steinbach hervor. Menschen und Nationen unseres Kontinents kämen sich dadurch einander näher.

 

Trotzdem sei dazu auch ein eigener Gedenktag für die deutschen Heimatvertriebenen nötig. Das erfreuliche Engagement der Bundesländer Hessen und Bayern habe zwar zu landeseigenen Gedenktagen geführt, aber auch auf Bundesebene ist dürfe die Tür für einen bundesweiten Nationalen Gedenktag für die deutschen Heimatvertriebenen nicht zugeschlagen werden.

 

Der UN-Weltflüchtlingstag am 20. Juni eines jeden Jahres, den man jetzt zum Vertriebenentag erweitert habe, sei zwar ein guter Anfang. Ein eigenständiger Gedenktag für die deutschen Vertriebenen, der nicht im Allgemeinen verschwimmt, würde jedoch deutlich machen, dass die Vertreibung und Deportation der Deutschen am Ende des Zweiten Weltkrieges genauso menschenrechtswidrig und völkerrechtswidrig war, wie alle anderen Vertreibungen auch und eben keine gerechte Strafe für die nationalsozialistische Terrorherrschaft.

 

Die Präsidentin ging auf die Veränderungen in den Nachbarländern gegenüber den deutschen Heimatvertriebenen ein. Ungarn habe als erstes Land durch einstimmigen Parlamentsbeschluss einen regelmäßigen Gedenktag für die vertriebenen Deutschen eingerichtet. Als Datum wurde der 19. Januar gewählt, der Jahrestag des Beginns der Vertreibung der Ungarndeutschen im Jahr 1946.

 

Sowohl Rumänien als auch Serbien hätten die aus ihren Ländern stammenden Vertriebenen bzw. Deportierten in ihre Entschädigungsgesetze aufgenommen. Siebenbürger Sachsen und Donauschwaben seien bei den Entscheidungen beständige und akzeptierte Gesprächspartner der dortigen Regierungen gewesen.

 

Besonders die Rede des tschechischen Ministerpräsidenten Petr Necas in München an die Sudetendeutschen sei ein hoffnungsvolles sichtbares Zeichen gewesen, das von großem politischen Mut zeuge. Necas hatte nicht nur die Vertreibung der Sudetendeutschen aus ihrer Heimat und das damit verbundene Leid und Unrecht ausdrücklich bedauert, sondern die Sudetendeutschen auch noch als „unsere deutschen Landsleute“ angesprochen.

 

Ausdrücklich rief die Präsidentin zur Solidarität mit den Deutschen aus Russland auf, deren Zuzugszahlen seit Jahren rückläufig seien. Sie lobte den Beschluss des Deutschen Bundestages, der getrennten Familien von Spätaussiedlern eine Chance auf ein gemeinsames Leben in Deutschland ermöglicht. Die Neuregelung sei menschlich angemessen und gesellschaftlich sinnvoll, sodass eine Panikmache weder berechtigt noch angebracht sondern im Gegenteil sogar unverantwortlich sei. Die Deutschen aus Russland seien eine Bereicherung für unser Land und verdienten weiterhin unsere Solidarität.

Zukunft brauche nicht nur Herkunft sondern auch eine konstruktive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit forderte Erika Steinbach.

 

Balog

„Opfer werden zu Schuldigen gemacht, damit das Gewissen der Täter nicht zu laut brüllt. Deshalb dürfen wir die Opfer nicht vergessen, sie auch nicht beschämen, sondern sie würdigen,“ forderte der ungarische Minister Zoltán Balog in seiner Festansprache.

 

Es sei eine alte grausame Methode, die immer wieder praktiziert werde - nicht nur im Hinblick auf vertriebene Deutsche - sondern mit Blick auf Vertriebene ganz allgemein.

 

Er stellte den Zuhörern, die von seiner Rede begeistert waren, die Frage ob man alles vergessen solle, und beantwortete sie gleichzeitig mit einem entschiedenen „Nein“.

 

„Wenn dieser Reichtum an Kultur, auch an deutscher Kultur, an Baudenkmälern, an Literatur, an Musik und an Tanz verloren geht, dann gehen nicht nur einfach Reliquien verloren, sondern etwas, das sowohl für die Gegenwart als auch für die Zukunft bleibende Bedeutung hat. Kultur ist nämlich auch eine Lebensweise“, versicherte der Minister.

 

Diese mitteleuropäische Vielfalt müsse erhalten bleiben und gepflegt werden. Und auch die Spuren friedlichen Zusammenlebens. Würden Völker und Volksgruppen von den Politikern in Ruhe gelassen, so lebten sie friedlich miteinander. Es gebe so wunderbare Erinnerungen, ein so friedliches Zusammenleben auch auf dem Balkan und in den schwierigen Gebieten Ost- und Mitteleuropas. So habe Ungarn mit der Andrássy Universität die einzige ausländische deutschsprachige Universität außerhalb des deutschen Sprachraums. All das gehöre zur Pflege dieser Kultur im Sinne einer gegenseitigen Bereicherung.

 

Ausdrücklich wandte sich Minister Balog gegen die These von der Kollektivschuld. Es müsse deutlich gesagt werden, dass im heutigen Europa, in den Rechtsordnungen, die wir aufbauten, solche Bestimmungen fehl am Platz seien, die von kollektiver Schuld redeten und die Volksgruppen verdammten und sie wegen ihrer Abstammung einfach zum Sündenbock machten. „Wenn das ein Relikt aus der Vergangenheit ist, muss es aus der europäischen Rechtsordnung verschwinden“, forderte Balog.

 

Ein wichtiger Meilenstein des Zusammenwachsens sei der 19. Januar, der neu eingeführte nationale Gedenktag für die aus Ungarn vertriebenen Deutschen. „Diese Geschichte haben wir zum Teil des Schulunterrichts gemacht, damit keiner von einer ungarischen Schule abgeht, ohne diese Geschichte zu kennen“, hob der Minister unter Beifall hervor.

 

2014 sei in Ungarn ein Wahljahr, wo die Nationalitäten die Chance auf eine eigene Vertretung im Parlament mit einem begünstigten Mandat bekämen. Beabsichtigt sei, trotz Halbierung der Zahl der Parlamentarier den Vertretern der Nationalitäten Mandate anzubieten. Wenn sie die nötige Stimmenzahl nicht erreichten, sollten sie dennoch einen Fürsprecher ins Parlament schicken können.

 

Der Minister mahnte, dass jeder, der gegen historisches Unrecht kämpfe, dafür Sorge tragen müsse, nicht die Augen vor Unrecht in der Gegenwart zu verschließen. Das gehöre zusammen, wenngleich die Vertreibungen zwischen 1944 und 1946 oder von 1950 nicht gleichzusetzen seien mit den Integrationsproblemen von heute. Aber das Problem der Verletzung der Menschenwürde sei das gleiche.

 

„Wer gegen extreme politische Tendenzen kämpft, sollte weder auf dem rechten noch auf dem linken Auge blind sein“, forderte Balog. Das Engagement für die Opfer geschichtlicher Schandtaten wie der Vertreibung bleibe dann glaubwürdig, wenn wir auf der anderen Seite die Opfer diktatorischer Maßnahmen von heute wahrnähmen, ebenso wie Menschenopfer aus rassistischen Gründen und wir uns für diese Leute einsetzten.

 

„Diese Einheit des Denkens, diese Einheit des Handelns, die sollten wir bewahren,“ forderte der Minister und schloss mit dem Appell: „So vieles verbindet uns miteinander, deshalb sind Sie in Ungarn immer herzlich willkommen, ob es nun Ihre alte Heimat ist, die alte Heimat Ihrer Vorfahren oder auch nicht.“

 
 

Baring

 

Professor Baring ging in seiner Ansprache auf den Begriff Heimat ein und hinterfragte, wie die Vertreibung in der deutschen Bevölkerung aufgenommen wurde. Dabei stellte er eine in weiten Teilen verbreitete Unsicherheit des eigenen Standpunktes und ein mangelndes Selbstbewusstsein fest, das er mit den Verbrechen in der deutschen Geschichte begründete.

 

Baring kam zu dem Ergebnis, dass die Erfahrung, dass man Heimat verlieren könne in der Geschichte noch gar nicht so alt sei. Es sei heute nicht mehr gegeben, dass ein Mensch dort lebe und sterbe wo, er geboren ist. In der mobilen Gesellschaft sei der Verlust der Heimat eher etwas Normales.

 

Die Vertreibung habe viel tiefer gehende Auswirkungen, als man sich das vorstelle. Als Beispiel nannte Baring die verschwundenen Siedlungen in Ostpreußen und die Neubesiedlung durch fremde Menschen in den Vertreibungsgebieten, was das Entfremdungspotential der Vertreibung viel größer mache.

 

Die Vertreibung der Deutschen sei nicht nur eine Negativerfahrung der Betroffenen. Auch die nichtbetroffenen Deutschen wären Teil des Schrumpfungsprozesses menschlicher, seelischer politischer und kultureller Art.

 

Man könne sagen, dass durch die Vertreibung den Deutschen Räume verloren gegangen seien, die für sie seelisch wichtig gewesen seien und im Gefühlshaushalt der Deutschen eine große Rolle gespielt haben.

 

Baring sagte, dass die Deutschen durch die Verbrechen Hitlers verunsichert seien und wahrscheinlich glaubten, sie dürften ihre eigene kollektive Identität nicht mehr wahrnehmen.

 

Baring riet dazu, mehr Selbstbewusstsein zu zeigen. In weiten Teilen sei die deutsche Geschichte für Europa gut und kulturell erfolgreich gewesen. Man müsse sich nur wieder daran erinnern und falschen Interpretationen entgegentreten.

 

Er mahnte, dass die Vertreibung kein Privatschicksal der deutschen Heimatvertriebenen gewesen sei. Dazu müsse man als gesamtes Volk stehen und es sei eine gesamtgesellschaftliche Selbstverständlichkeit auch die eigenen Opfer zu betrauern. Kein Mensch auf der Welt würde uns die Trauer um Juden oder Sinti und Roma abnehmen, wenn wir das nicht täten.

 

Prof. Baring schloss mit dem Wunsch, dass wir wieder dahin kommen müssten, in Europa die Rolle zu spielen, die wir dort wahrzunehmen hätten und empfahl, mit Zuversicht und Optimismus die Aufgaben der Zukunft anzupacken.

  

Geistliches Wort

 

Kirchenpräsident i.R Helge Klassohn erinnerte im Geistlichen Wort an das5.Buch Mose des AT, wo es heißt: „Gedenke der vorigen Zeiten und hab Acht auf die Jahre." Die mitfühlende Erinnerung an die oft unter schrecklichen Leiden Umgekommenen unter den aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten und den ost-und südosteuropäischen deutschen Siedlungsgebieten Vertriebenen, Geflüchteten, Verschleppten und Deportierten ist Bestandteil eines jeden Tages der Heimat.

 

Das "Gedenken an die vorigen Zeiten" habe für den christlichen Glauben immer auch mit Umkehr aus Irrtümern und von falschen Wegen, also mit "Buße" und Einsicht und mit von Gott in Jesus Christus ermöglichter Versöhnung zu tun.

 

„Die Kirche Jesu Christi ist eine "Erinnerungsgemeinschaft"! Das macht ihre Identität aus! Und so ist es die bleibende Aufgabe der christlichen Kirche und ihrer Gemeinden, seiner Wahrheit stets neu zu gedenken und sich ihres bisherigen Weges durch die "vorigen Zeiten" auch selbstkritisch zu erinnern,“ sagte Helge Klassohn. Dabei gehe es letztlich um eine an Wahrheit, Gerechtigkeit und Freiheit orientierte humane Lebenshaltung.

 

Nicht allein Israel und die Kirche Jesu Christi seien "Erinnerungsgemeinschaften", sondern auch Familien und Völker sind es. Sollten sie aufhören, "der vorigen Zeiten zu gedenken" und "auf die Jahre zu achten", dann könnten sich im "Fluge der Zeiten" ihre Identität, ihr Selbstbewusstsein und ihr Lebensmut schnell verlieren.

 

Dem deutschen Volk bleibe die Verantwortung für ein aufrichtiges, sorgfältiges und einfühlendes Gedächtnis an die Jahre 1933-1945 unter dem nationalsozialistischen Schreckensregime und an die unausdenkbaren Verbrechen der Shoah. Es bleibe ihm aber auch die Verantwortung für eine würdige, sorgfältige und einfühlende Erinnerung an die Kriegsfolgen für das eigene Volk in den Jahren nach dem Kriegsende 1945, mit den vielen Millionen zu Unrecht und willkürlich aus ihrer Heimat Vertriebenen, den zu Hundertausenden nun unter der "Rache der Opfer" Leidenden, Umgekommenen und Umgebrachten, mahnte der Kirchenpräsident.

 

Aber auch die Erinnerung an mitten im brutalen Chaos erfahrene Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe gehöre dazu. Und er stellte fest, dass es verantwortungslos und gefährlich für die Zukunft und Identität unserer an den ethischen Maßstäben des Grundgesetzes orientierten Gesellschaft wäre, wenn wir diese Art des Gedächtnisses als "unzeitgemäß" aufgeben und sie in der Kultur und im öffentlichen Bewusstsein unseres Landes verlieren würden.

 

Bei manchen Vertretern des politischen und kulturellen Lebens unseres Landes auch in einigen Redaktionen herrsche noch die Meinung, dass das Geschehen um Flucht, Vertreibung und Deportation von 14 Millionen Deutscher mit vielen hunderttausend Todesopfern als eine zwangsläufige, alternativlose Folge der nationalsozialistischen Verbrechen und i auch als eine gerechte Sühne für sie zu verstehen sei, sodass „man besser nicht davon rede und jede öffentliche Erinnerung daran mit dem Odium belastet wäre, man wolle so die Erschleichung des Opferstatus für das deutsche Tätervolk auf dem Wege nachträglicher historischer Umdeutung" betreiben“, verdeutlichte der Kirchenpräsident.

 

„Die von mir gemeinte Art eines aufrichtigen, also die Tatsachen und historischen Ursachen gerade nicht umdeutenden, sorgfältigen, würdigen, einfühlenden und versöhnungsbereiten Erinnerns sollte als selbstverständlicher Teil der Kultur und Identität unseres Landes verstanden und akzeptiert werden“, forderte Klassohn und er stellte fest, dass die auf der Basis einer solchen Erinnerungskultur die Vorurteile und böse Erinnerungen überbrückende Verständigung insbesondere mit unseren östlichen Nachbarn weit gediehen sei.

 

Nach der Gedenkfeier fand die traditionelle Kranzniederlegung vor dem Ehrenmal für die Heimatvertriebenen am Theodor-Heuss-Platz statt. Die Ministerpräsidenten der Bundesländer, verschiedene Landsmannschaften und Landesverbände des Bundes der Vertriebenen hatten Kränze niedergelegt. Auch der ungarische Ministers für gesellschaftliche Ressourcen Zoltan Balog nahm an dem Gedenken teil und legte für sein Land einen Kranz nieder. Der BdV-Landesvorsitzende von Berlin, Staatssekretär a. D. Rüdiger Jakesch, begrüßte die Teilnehmer und Gäste an der Kranzniederlegung. Der Innensenator von Berlin, Frank Henkel und BdV-Präsidentin Erika Steinbach MdB sprachen Grußworte.

Walter Stratmann (DOD)

Mit freundlicher Genehmigung:
DOD Deutscher Ostdienst Nachrichtenmagazin des Bundes der Vertriebenen
Ausgabe Nr.9/2013
Seite: 5 ff.