Wissenswertes




Partnerschaften aus politischer und sozialer Verantwortung

Eine Dokumentation von Werner Bader

Der Vorsitzende des Kulturfördervereins Mark Brandenburg, Werner Bader, der als Journalist und Bundessprecher der Landsmannschaft Berlin - Mark Brandenburg mit der längsten Amtszeit den aus Flucht und Vertreibung resultierenden Prozess der Hilfe, Unterstützung und Verständigung nach dem Ende des II. Weltkrieges begleitete und mit gestaltete, hat eine repräsentative Dokumentation über Partnerschaften und Patenschaften erarbeitet. Mit seinem profunden Wissen konnte er damit eine historische Lücke zu einem Thema füllen, dass in der Vergangenheit nur wenig dokumentiert wurde. Die jetzt vorliegende Dokumentation enthält eine Vielzahl der auch künstlerisch gestalteten Partnerschaftsurkunden.

(Fortsetzung aus 10/2013)

Deutsche Heimatvertriebene wurden Ehrenbürger

Wenn Heimatvertriebene, die jahrzehntelang in der kommunistischen Propaganda der DDR und der osteuropäischen Länder, besonders Polen, als „Revanchisten” verdächtigt wurden, nach der Wende in Europa mit der Ehrenbürgerwürde in ihren alten, heute polnischen Heimatstädten ausgezeichnet werden, dann ist dies schon etwas Besonderes. Es kennzeichnet auch eine hochinteressante Entwicklung. Dies ist ein bemerkenswerter Schritt auf dem Wege der gegenseitigen Normalisierung und Verständigung.
Die Ehrenbürgerwürde wurde unter anderem verliehen an:
Gerhard Krimm, Forst, Heimatkreisbetreuer Forst. Ruth Schulz, Züllichau, Heimatkreisbetreuerin Züllichau – Schwiebus.
Günther Kumkar, Königsberg in der Neumark, Heimatkreis Königsberg N/M.

Dank an das Land Baden – Württemberg und die Landkreise und Städte
Für ihr politisches, kulturelles, soziales und finanzielles Engagement haben die Patenschaftsträger, über die Vertriebenen aus Brandenburg, das Land Baden – Württemberg und die Landkreise und Städte der alten Bundesrepublik einen historischen Dank verdient. Sie haben sich weit über ihre gesetzlich festgelegten Hilfeleistungen engagiert. Damit haben sie wesentlich dazu beigetragen, die Heimatvertriebenen und die politischen Flüchtlinge einzugliedern, ihnen eine Stätte der Heimatpflege zu bieten und ihre Arbeit, die den durch die Vertreibung und Flucht aus allen Bindungen gerissenen Menschen galt, entscheidend zu unterstützen. Sie haben damit einen großen kulturellen und sozialen Beitrag zur Integration der Vertriebenen in ihre neue Heimat und zum Bewahren deutscher Kultur und Geschichte geleistet. Zugleich haben sie den tiefen Wunsch nach der Wiedervereinigung Deutschlands wachgehalten.
Das gilt auch für die Behandlung der politischen Flüchtlinge aus der DDR.

Eine Dokumentation der zukunftsträchtigen Partnerschaften ist notwendig. Brandenburg hat vielfältige Beziehungen zu den heute polnischen Städten
Nach der Fertigstellung der Dokumentation „Patenschaften über Brandenburger Heimatvertriebene und politische Flüchtlinge aus Brandenburgs”, ist eine Dokumentation der zukunftsträchtigen Partnerschaften, die Brandenburg mit Städten im ehemaligen Ostbrandenburg unterhält, sehr notwendig. Die Arbeiten an solchen Dokumentationen „Partnerschaften zwischen Städten im Land Brandenburg und heute polnischen Städten in der alten Neumark und der östlichen Niederlausitz”, haben begonnen. Schon jetzt ist überraschender Weise festzustellen: Es gibt mehrere Dutzend solcher recht lebendigen Partnerschaften. Lassen Sie Ihre Bestellung schon jetzt vormerken beim Kulturförderverein Mark Brandenburg e.V., Lindenstraße 3, 14728 Görne, Schutzgebühr 6 € plus Porto.

Ausblick
Die Dokumentation ruft mit ihren sachlichen Darstellungen einen besonderen Aspekt der großen Vertreibung der Deutschen und der Flucht aus der DDR während der deutschen Teilung ins Bewusstsein: Das Bemühen und das Engagement der deutschen Altbundesländer, im Falle Brandenburg des Landes Baden – Württemberg, und einer Reihe von westdeutschen Kreisen und Städten kann nicht hoch genug eingeschätzt werden.
Das Land und die Kommunen haben mit ihrem besonderen Engagement geholfen ungeheure Nachkriegsprobleme zu bewältigen und die Eingliederung der Vertriebenen und Flüchtlinge wesentlich zu fördern. Die Patenschaften über die Organisationen der Heimatvertriebenen und politischen Flüchtlinge waren ein Teil dieser Problembewältigung. Die Länder, Landkreise und Städte haben damit eine nationale Aufgabe übernommen.

Dafür gebührt ihnen, vor allem auch den politisch Verantwortlichen, ein großer Dank.
Die politische Entwicklung in der Deutschland, die Wiedervereinigung, der Fortgang der europäischen Einigung, aber auch der unvermeidliche biologische Prozess in den Vertriebenen – Organisationen veränderte alles.

Das Land Brandenburg westlich der Oder – Neiße ist wieder entstanden, damit wurden Patenschaften für die politischen Flüchtlinge, die ja nun ehemalige Flüchtlinge waren, überflüssig. Die offene Ostgrenze, auch von Brandenburg in die alte neumärkische Heimat jenseits von Oder und Neiße, hatte zur Folge, daß die Patenschaften an Bedeutung verloren. Die Patenschaftsträger lösten sie auf, verringerten ihr finanzielles Engagement oder stellten Finanzzuschüsse völlig ein. Dieser Prozess ist im Gange. Einige Heimatkreise lösten sich selbst auf und damit war die Patenschaft hinfällig. Die Vorstände der Heimatvertriebenen – Organisationen, haben mit ihrem ehrenamtlichen Engagement ebenfalls eine nicht hoch genug einzuschätzende humane, soziale und nationale Leistung erbracht. Ihr Wirken ist aus der Nachkriegsgeschichte nicht wegzudenken. Sie müssen sich aber immerhin den einen Vorwurf gefallen lassen, dass sie auf die vorauszusehenden biologischen Veränderungen nicht rechtzeitig, oft überhaupt nicht, reagiert haben. Alle Versuche scheiterten sie zu einem „Brainstorming” zusammenzubringen und darüber zu beraten, was nicht nur angesichts der veränderten politischen Lage sondern auch des unausweichlichen biologischen Prozesses zu tun sei, um die achthundert jährige deutsche Geschichte und Kultur ihrer alten brandenburgischen Heimat jenseits von Oder und Neiße nicht in das große schwarze Loch des Vergessens fallen zu lassen, wenn sie einmal nicht mehr sind. Man begnügte sich wie aus Heimatzeitungen hervorgeht, mit Hinweisen, die Leserschaft aber auch die Teilnehmerzahlen der Heimattreffen nähmen ab, weil viele gestorben oder wegen ihres vorgeschrittenen Alters nicht mehr reisefähig seien. Der Autor dieser Betrachtung hat als Bundessprecher der Landmannschaft Berlin – Mark Brandenburg die bittere Erfahrung machen müssen, daß die Funktionsträger die Entwicklung hilflos hinnahmen.

Die Heimatkreise haben zwar noch bewirkt, in ihrer alten Heimat eine Reihe von Gedenksteinen und Gedenktafeln in deutsch und polnisch zu errichten und dabei auch in manchen Fällen erhebliche finanzielle Opfer gebracht, aber auch diese Aktionen gingen zu Ende.
An Bedeutung gewannen und gewinnen noch immer die Partnerschaften zwischen Städten des Landes Brandenburg und den alten brandenburgischen Heimatgebieten, die nun polnisch sind. Sie haben ein stabiles Fundament, denn es stehen auf beiden Seiten die Kommunen dahinter, die naturgemäß nicht von biologischen Prozessen abhängig sind. Die Partnerschaften werden noch bestehen, wenn die Heimatkreise nur noch unbedeutende Grüppchen mit wenigen Mitgliedern oder gar nicht mehr sind. Das Angebot des Kulturfördervereins Mark Brandenburg, doch in seiner „Arbeitsgemeinschaft Ortschronisten” mitzuwirken, hier zu helfen das ganze ehemalige Brandenburg zu präsentieren und ihre Kenntnis über den nun polnischen Teil Brandenburgs faszettenreich einzubringen, haben sie nicht genutzt, wahrscheinlich die Möglichkeiten überhaupt erkannt. Auch die Einladung die publizistischen Möglichkeiten der Ortschronistenarbeit für die Darstellung ihrer alten Heimat zu nutzen, ist nicht erkannt worden. So wird das Kapitel Patenschaften mehr und mehr Geschichte.
(Schluss)

Die hier in Fortsetzungen vorgestellte Dokumentation „Patenschaften“ kann als Broschüre beim Kulturförderverein Mark Brandenburg, Lindenstraße 3, 14728 Görne, Telefon 033235/22911 zu einem Preis von 6 € plus Porto erworben werden.