Umschau




Jubiläumsfeier zur 60jährigen Städtepatenschaft Duisburg und Königsberg

quot;Die Patenschaft Duisburg – Königsberg ist die bedeutendste und fruchtbarste Patenschaft einer westdeutschen Stadt mit einer Stadt des deutschen Ostens”, betonte Klaus Weigelt, Vorsitzender der Stadtgemeinschaft Königsberg (Pr), anlässlich der Feierstunde im Rathaus von Duisburg.

Das letzte Königsberger Treffen im September 2012 stand im Zeichen der 60jährigen Städtepatenschaft und zeigte dem Publikum ein Jubiläumsprogramm mit Ansprachen, Vorträgen, Ehrungen, Ausstellungen und einem Konzert.

Aus der im Duisbburger Museum „Stadt Königsberg“ aufbewahrten Patenschaftsurkunde geht hervor, dass Duisburg „den heimatvertriebenen Königsbergern eine neue Städte kultureller und geistiger Gemeinschaft” geben wollte. Abschließend hieß es: „In der Hoffnung, dass Duisburg ein lebendiger Sammelpunkt für die heimatvertriebenen Königsberger werde, wurde heute (7. September 1952) diese Urkunde ausgefertigt. “

Lorenz Grimoni, Initiator und Betreuer des Museums Stadt Königsberg verriet, habe sich diese Hoffnung erfüllt: „In den 60 Jahren haben nicht nur in Königsberg Geborene, sondern auch Königsberger aus der ganzen Welt in Duisburg, wie viele sagen, eine neue Heimat gefunden.”

Die Feierlichkeiten anlässlich der 700 Jahrfeier Königsbergs im Jahre 1955 waren ein besonderer Höhepunkt. „Nach Schätzungen der damaligen Presse hatten sich 50 bis 60.000 Königsberger in Duisburg versammelt, so viele wie nie zuvor und auch später nie wieder. Mit der Patenschaft bot Duisburg den Königsbergern nach Krieg, Flucht und Vertreibung sowie in der Ungewissheit ihrer Zukunft einen Ort für zahlreiche Treffen mit Verwandten und Freunden.

1968 war das Jahr, in dem das "Haus Königsberg" eröffnet wurde. 1992 wurde die Grundlage für das moderne Stadtmuseum Königsberg im Kultur- und stadthistorischen Museum Duisburg geschaffen.

 

Bund der Deutschen Minderheit in Danzig

Der Bund der Deutschen Minderheit in Danzig wurde am 15. März 1990 beim Danziger Vereinsregister eingetragen und umfasst ca. 5.000 Mitglieder, die sich auf die Stadt Danzig und sechs weitere Ortsgruppen in Bütow, Dirschau, Gdingen, Konitz, Lauenburg und Stuhm verteilen. Zu finden ist der Bund in der ul. Warynskiego 36 auch mit einer deutschsprachigen Bibliothek.

Der Bund sieht einen Schwerpunkt seiner Arbeit in der Vermittlung von deutschen Sprachkenntnissen für jung und alt, der Pflege von Traditionen und Bräuchen, der Vermittlung Wissens über das Land der Vorfahren und eines zeitgemäßen Deutschlandbildes.

 

Deutsche Minderheit - Oberschlesien vorn

Laut der aktuellen Auswertung der letzten polnischen Volkszählung leben von allen Woiwodschaften der Republik Polen mit 78.157 die meisten Deutschen in Oberschlesien. Es folgen Schlesien mit 34.799, Ermland und Masuren mit 4.645 und Pommern mit 4.614. Auf dem Lande leben 49,43 Prozent und etwas mehr als 40 Prozent in den Städten. Es sind 54,4 Prozent verheiratet, 24,36 Prozent ledig und ungefähr 15 Prozent verwitwet oder geschieden. Mit 51,09 Prozent gibt es etwas mehr Männer. Besonders freut die Deutsche Minderheit, dass immerhin sieben von zehn Deutschen zwischen 15 und 64 Jahren, also im produktiven Alter zwischen Kindheit und Rente sind. Am stärksten ist die Altersklasse der 40- bis 49jährigen mit 17,81 Prozent. Es folgen die 30- bis 49jährigen mit 17,81 Prozent. Dem folgen die 30- bis 39-Jährigen mit 16,38, die 20- bis 29-Jährigen mit 14,19 und die 70- bis 79-Jährigen mit 13,89 Prozent.

 

Ärzteschwemme aus dem Osten?

Polnische, bulgarische und rumänische Ärzte finden in Deutschland bessere Stellen als in ihren Ländern. So haben 5.000 Ärzte Polen nach dem EU-Beitritt 2004 verlassen. Lukrative Angebote haben die Mediziner nach Deutschland, Großbritannien, Schweden oder der Schweiz gelockt.

Ein ähnliches Bild mit steigender Tendenz zeigt Bulgarien. Ein qualifizierter Arzt verdient in der bulgarischen Hauptstadt etwa 370 € monatlich. Seit dem EU-Beitritt Rumäniens 2007 haben ca. 6.000 Ärzte, Zahnärzte, Pharmazeuten das Land verlassen.