Erinnerungen




Die Stadt Woldenberg/Neumark lädt ein

Treffen der Woldenberger für den 21. bis 24. Juni wird vorbereitet

Grußkarte aus Woldenberg In der von Sümpfen und Seen geprägten Niederung der Deutsch Kroner Seenplatte nur 200 Kilometer östlich von Berlin im vormaligen östlichsten Teil der alten Mark Brandenburg, der Neumark, liegt die kleine Stadt Woldenberg, die seit 1945 unter dem Namen Dobiegniew zu Polen gehört. Erste schriftliche Quellen aus dem Jahre 1250 verweisen auf die Ansiedlung „Dubegneve”, die 1313 erstmals unter diesem Namen als Stadt genannt wurde und seit 1333 unter dem neuen Namen „Waldinborg” den Charakter einer befestigten Stadt zum Schutz der Handelswege erhielt.

In der Stadt kreuzten sich mehrere Handelswege nach Posen, Stettin und Küstrin, was die Ansiedlung von Kaufleuten begünstigte. Daneben war das Tuchmacherhandwerk ansässig. Bis zur Stilllegung der Papiermühle im Jahre 1847 war Woldenberg auch ein Zentrum der Papierherstellung. Von der ursprünglichen Stadtbefestigung mit 37 Weichhäusern sowie mehreren Wällen und Gräben ist heute nur noch die Ruine eines Turmes der Stadtmauer erhalten.

Im 19. Jahrhundert erfolgte die Anbindung an bedeutende Verkehrswege. Die 1829 angelegte Chaussee von Berlin nach Königsberg (Preußen), die spätere Reichsstraße 1, führte durch Woldenberg. 1847 wurde die Eisenbahnstrecke nach Stargard für den Verkehr zur Hafenstadt Stettin eingeweiht, die im Jahre 1849 noch in südöstliche Richtung bis Kreuz als Anschluss an die Ostbahn und von dort nach Posen weitergeführt wurde.

Seit der preußischen Verwaltungsreform von 1815 gehörte Woldenberg zum brandenburgischen Kreis Friedeberg, der dann 1938 im Rahmen einer größeren Gebietsneugliederung der Provinz Pommern angegliedert wurde. Das änderte aber nichts daran, dass sich die Waldenburger weiter als Neumärker fühlten.

Die einstigen Woldenberger Vertriebenen- und Flüchtlingskinder sind in die Jahre gekommen. Sie werden seit einigen Jahren achtzig Jahre alt, und falls sie dieses Alter noch nicht überschritten haben sollten, so sind sie auf dem sicheren Wege dorthin. Da liegt es nahe, in Dobiegniew - dem früheren Woldenberg, in unserer alten Heimat, noch einmal die vertrauten Orte der Kindheit zu besuchen um sich der eigenen Wurzeln zu erinnern.

Woldenbergs Kinder werden 80!

Unter diesem Motto soll ein Treffen die Woldenberger aus nah und fern zusammenführen. An gemeinsames Essen, Trinken und Miteinander-Reden und –Erinnern bei gemeinsamen Spaziergängen ist gedacht. Um ausreichend Zeit für alles zu haben, soll sich das Treffen auf ein ganzes Wochenende erstrecken.

Der Ort des Zusammenfindens soll das Hotel Mehrenthin sein, das heute zu Woldenberg gehört und dessen Eigentümer um die Geschichtsträchtigkeit des Ortes weiß. Er würde uns für eine sentimentale Reise der ehemaligen Woldenberger Kinder gerne die Pforten seines Hauses öffnen.

Das Treffen soll am Wochenende vom 21. bis 24. Juni 2013 stattfinden (3 Übernachtungen). Im Mehrenthin-Hotel kostet die Übernachtung in einem Einzelzimmer 44 Euro, ein Doppelzimmer 36 Euro pro Person. Das Frühstück ist inbegriffen. Außerdem fallen für jeden noch Kosten für die gemeinsamen Essen (5 Mahlzeiten, auch Gerichte nach Woldenberger Rezepten) sowie für die Nutzung der Tagungsräume für Vorträge an. Voraussichtlich werden diese Kosten um die 150 Euro pro Person für die gesamte Zeit betragen. Diese Reisekosten wären von jedem Teilnehmer selbst zu tragen.

Machen Sie ihren Bekanntenkreis auf das geplante Treffen der alten Woldenberger aufmerksam. Alle aus dem Gebiet Woldenberg stammenden Heimatfreunde sind herzlich eingeladen.

Das bis jetzt vorbereitete Programm sieht vor:
Das Treffen wird eingeleitet mit dem Glockengeläut der alten Marienkirche, einem evangelischen Gottesdienst sowie einer Einladung des Bürgermeisters.

Eine Zusage der örtlichen Kirche in Dobiegniew für einen evangelischen Gottesdienst liegt vor. Der katholische Pfarrer Piotr Spychala wird uns freundlich das Tor der alten Kirche Woldenbergs öffnen. Der evangelische Pfarrer Dr. Justus Werdin aus Angermünde, der sich sehr für die deutsch-polnische Verständigung engagiert, wird extra für uns anreisen und den Gottesdienst mit uns feiern.

Eine Einladung zu Kaffee und Kuchen in der alten Bäckerei haben wir vom Bürgermeister der Stadt Dobiegniew, Herrn Leszek Waloch, erhalten. Er möchte gerne ein Grußwort an uns richten. Einen musikalischen Impuls wird uns ein Kinderensemble der Volksgruppe der Lemker geben, die ihre ethnische, religiöse und kulturelle Identität dank einem engagierten christlich-orthodoxen Pfarrer, Artur Graban, weiter pflegt. Die Lemker wurden aus dem Südosten Polens 1947 im Rahmen der „Aktion Weichsel” in die Umgebung von Woldenberg und Friedeberg durch die kommunistische Regierung Polens zwangsumgesiedelt.

Für Vorlesungen und Gespräche an diesen Tagen haben wir Zusagen der Soziologin Dr. Nadja Messerschmidt und der Publizistin Dr. Helga Hirsch erhalten.

Der Bürgermeister Leszek Waloch hat uns eine besondere Begegnung vorgeschlagen. Ein Treffen zwischen uns Deutschen als alte Woldenberger, die vertrieben wurden und den polnischen Altersgenossen, die damals als neue Dobiegniewer aus der Ukraine und Südpolen kommend, hier heimisch werden mussten. Auf der polnischen Seite besteht ein großes Interesse, uns kennenzulernen. So könnte der erste Stadtrundgang am Sonnabend in Begleitung der Dobiegniewer stattfinden.

Angemeldet haben sich bereits etliche Woldenberger, die heute von Kiel bis Konstanz leben.


Weitere Informationen und Teilnahmemeldungen über:
Gregor Stach Tel. 030/693 584
Wolfgang Bornstädt Tel. 03386/280 612


Im Internet finden sie weitere Informationen unter:
www.woldenberg-neumark.eu
mit dem weiterführenden Link: Woldenberg-Symposium 2013