Aktuelles aus dem Projekt




Eine Erfolgsgeschichte aus dem IQ Teilporjekt KoBInt:

Willkommenskultur vor Ort - auch im Flächenland

Im Flächenland Brandenburg stellen weite Wege oft eine Herausforderung dar – besonders im Alltäglichen wie zur nächsten Post, zum Schuster oder zum Schneider. Diesen Umstand machten sich Yevgenij und Swetlana Leer zu Nutze und eröffneten im Juli 2013 in Bernau im Landkreis Barnim eine Servicekombination aus Änderungsschneiderei, Schusterei, Schlüsseldienst, Reinigungsannahme und Paketshop. Anwohnern ist die strukturelle Verbesserung im Süden der Stadt sehr willkommen: „Wir freuen uns über eine treue, meist einheimische, Stammkundschaft nach relativ kurzer Zeit“, so Fr. Leer. Den Weg in die Selbstständigkeit wählte das aus Kasachstan stammende Ehepaar aus der Notsituation der Arbeitslosigkeit heraus. Bereits zum Zeitpunkt der Einwanderung vor 13 Jahren spielten die ehemalige Gerichtsvollzieherin und der einstige Unteroffizier mit dem Gedanken, ihre selbsterlernten Handfertigkeiten zum Beruf zu machen.
Während der anfänglichen Orientierungsphase fehlten aber zunächst der Mut und vor allem die Übersicht im Behördendickicht. Hr. Leer bedauert einen enormen Zeitverlust: „Ich kann gar nicht zählen, wie oft wir mit dem gleichen Anliegen zu derselben Behörde gerannt sind.“ Um Migrantinnen und Migranten bei ihrem Weg in die selbständige oder abhängige Beschäftigung zu unterstützen, sind Anlaufstellen, die migrationsspezifisches Wissen bündeln und passende Integrationsangebote benennen können, demzufolge wesentlich. 
Migrationsberaterin Irina Holzmann, die als Kooperationspartnerin im Rahmen des Teilprojekts KoBInt im IQ Netzwerk Brandenburg eine solche Beratung zur beruflichen Integration anbietet, ermutigte und verwies das Ehepaar an einen Lotsendienst für Existenzgründer und an ein weiteres IQ-Teilprojekt für Selbständige mit Migrationshintergrund in Potsdam, wo sie passgenaue Seminare und Workshops besuchten. „Gerade bei uns im Flächenland ist die vielbeschriebene Willkommenskultur vor Ort nicht immer gleich zu entdecken. Wir wollen mit einer kontinuierlichen Begleitung und durch eine Vernetzung der beteiligten Akteure einen Beitrag dazu leisten. Nur durch ein starkes regionales Netzwerk kann sich eine strukturelle Willkommenskultur durchsetzen“, betont Fr. Holzmann. 

Das IQ-Modellprojekt KoBInt hat es sich zur Aufgabe gemacht – neben der Beratung und Begleitung bei der beruflichen Integration an den zwei Standorten Barnim und Potsdam – durch stärkere Vernetzung zu einer Optimierung der Prozesse in der Arbeitsmarktintegration beizutragen. „Ähnlich wie die zufriedenen Kunden von Hr. und Fr. Leer von einem vielfältigen Service aus einer Hand profitieren, motivieren Beispiele aus anderen Bundesländern, wo Migrantinnen und Migranten viele behördliche Angelegenheiten gleich an einem Ort erledigen können“, umschreibt Fr. Holzmann das Prinzip eines sog. One-Stop-Shops.


 

Potsdam, 18.06.2014
weitere Informationen unter: www.brandenburg.netzwerk-iq.de

Ansprechpartnerin: Viktoria Blank, Tel. 0331/81 36 86,
E-Mail: kooperationsverbund@bdv-lv-brandenburg.de